Mitglieder in den Medien

Barbara Kohout


Sie war 60 Jahre bei den Zeugen Jehovas und wurde nach ihrem Ausstieg von allen Freunden und der Familie geächtet.
Jetzt engagiert sie sich bei JW Opfer Hilfe e.V., um Betroffenen zu helfen.
Die Sekten-Info NRW beurteilt Zeugen Jehovas als gefährlich für den einzelnen, da viele unter Ängsten, Schuldgefühlen und Depressionen leiden (ab Min. 32:30).

Manuela Schleußner

Sie verlor ihr Familie und alle ihre Freunde durch die soziale Ächtung der Zeugen Jehovas. Nicht einmal ein Gruß ist ihnen erlaubt. Sie litt unter Ängsten vor dem Teufel und den Dämonen und der unterdrückten Sexualität bei den ZJ. Sie hinterfragte ihren Glauben und fand viele Unstimmigkeiten. Was heute die absolute Wahrheit bei den ZJ ist, gilt morgen schon nicht mehr.
Sie fand neue Freunde und bereut ihren Ausstieg nicht, auch wenn sie in ihrem neuen Leben viel lernen musste, was für andere selbstverständlich ist. Aber der ganze Druck ist weg. Sie wünscht sich, dass sich auch andere bei den ZJ trauen Fragen zu stellen und so positive Erfahrungen machen, wie sie.

Heute engagiert sie sich bei JW Opfer Hilfe e.V., um Betroffenen psychologisch zu helfen.

Oliver Wolschke

Sowohl der Eintritt in als auch der Austritt aus einer Glaubensgemeinschaft ist ein großer Schritt, der mitunter schmerzhaft sein kann. Oliver Wolschke hat diesen Schritt gewagt und spricht mit Andrea Horn darüber. Es ist nicht einfach eine formelle Sache bei den Zeugen Jehovas auszusteigen. Man verliert alle soziale Kontakte, Freunde, Eltern, Kinder. Das gilt auch für die Kinder, auch sie verlieren ihre Freunde und Oma und Opa. Was wahrscheinlich am meisten befremdet ist das Bluttransfusionsverbot, der Kontaktabbruch und soziale Ächtung gegenüber Ausgeschlossenen und Ehemaligen und der Umgang mit Kindesmissbrauch, der derzeit stark in der Kritik steht. Nur wenn es 2 Zeugen beim Missbrauch gab, wird das Verbrechen weiter verfolgt.

Walter Schöning

Anläßlich des Kongresses „Im weißen Raum“ am 21.6.18 in der Domkirche Stuttgart wurden Fragen erörtert, wie „Was glaubst du wer du bist oder bist du eher was du glaubst?“ und „welche Werte haben mich geprägt?“
Walter Schöning erzählt in einem Interview vor allen Anwesenden seine Lebensgeschichte und was Ihn geprägt hat, auch von den systematisch, von Kind auf, geschürten Ängsten vor dem Teufel und seinen Dämonen, der Abtrennung von der Welt und vor der Vernichtung aller Menschen, die keine Zeugen Jehovas sind, in Harmagedon. Es schildert auch, was ihn letztlich veranlasst hat auszusteigen und warum er froh ist, nie getauft worden zu sein, da er deshalb nicht sozial geächtet wird. … und warum er als Lebensmotto bzw. Wert „selbstbestimmter Weg“ gewählt hat.

Bernd Bochow


Bernd Bochow (64) gehörte fast dreissig Jahre lang zu den Zeugen Jehovas. Dann schaffte er den Ausstieg. 
«Ich habe innerlich immer dagegen rebelliert, mich den Phrasen und Litaneien der Prediger unterzuordnen. Aber die schleppen dich mit, da hast du keine Chance», sagt Bochow, der in Berlin geboren wird und später mit seiner Familie − Mutter, Schwester und Stiefvater − nach Speyer am Rhein zieht. «Die ersten Schuljahre sind mir ganz schlecht in Erinnerung geblieben. Ganz einfach darum, weil ich von allen anderen Kindern gemieden und gehänselt wurde, weil meine Mutter bei den Zeugen Jehovas war», erinnert sich Bochow. 
Seine Bitte, an die Beerdigung seines Schulfreundes gehen zu dürfen, wird von den Zeugen Jehovas abgelehnt. Bochow geht trotzdem hin. «Ich stand wie ein Randständiger vor den Friedhofsmauern und habe durch eine Hecke hindurch die Abdankung mitverfolgt. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Ich schäme mich heute noch dafür, dass ich nicht den Mut hatte, in die Kirche und auf den Friedhof zu gehen und meinem Freund die letzte Ehre zu erweisen», meint Bochow nachdenklich.
Zu seiner Mutter hat er nur noch losen Kontakt, seine Schwester hingegen will mit ihm schon seit Jahren nichts mehr zu tun haben. «Das liegt daran, dass Zeugen Jehovas angehalten sind, den Kontakt zu andersgläubigen Menschen auf ein Minimum einzuschränken und Aussteiger, die auch als Abtrünnige bezeichnet werden, zu meiden.» Jetzt engagiert sich Bochow im Verein «JWHelp», einer Organisation, die Ausstiegswilligen bei den Zeugen Jehovas psychologische Hilfe bieten will.

Sophie Jones

Sophie Jones im Stern / Neon
Berüchtigte Religionsgemeinschaft – „Meine Eltern hätten mich sterben lassen“ – wieso ich bei den Zeugen Jehovas ausstieg

Viele Jahre war unsere Gastautorin Mitglied der Zeugen Jehovas. Für NEON berichtet sie vom Alltag in der Glaubensgemeinschaft und dem Moment, in dem sie entschied, den Austritt zu wagen.

 Nachts weinte ins Kopfkissen und bat Gott, das Leid zu beenden. Nichts passierte. Ich hatte zwar „Freunde“ in der Versammlung, das waren aber auch die einzigen. Meine Freizeit war gefüllt mit Predigtdienst und Bibellesen. Wenn ich Zeit mit anderen Teenagern verbringen wollte, die nur leider nicht in der „Wahrheit“ (also Ungläubige) waren, hieß es, sie wären schlechter Umgang für mich. 

Mit 17 habe ich mich dennoch taufen lassen. Von da an war mir der Kontakt zu meinem Vater strengstens verboten, denn er war ein Ausgeschlossener. Und Zeugen Jehovas dürfen keinen Kontakt zu Ausgeschlossenen haben, auch wenn es die eigene Familie ist. Das habe ich nicht verkraftet. Ich war hin- und hergerissen, wütend und tieftraurig. Ich konnte einfach nicht glauben, dass ein „Gott der Liebe“ Familien geschaffen hat – und sie dann auseinander reißt.

Der Gedanke, dass Gott alles sieht, machte mich wahnsinnig. Als würde er nur darauf warten, dass ich sündige und angekrochen komme, um ihn um Vergebung anzubetteln. Um zu sehen, ob ich einen Ballerfilm gucke, Bier trinke, einen zu kurzen Rock trage, rumknutsche, rauche, fluche, lüge, was auch immer: Er sieht mich!

Ungefähr ein Jahr später habe ich mich gelöst und mir ein völlig neues Leben aufgebaut. Ich habe alles hinter mir gelassen, bin umgezogen und habe einen neuen Menschen kreiert: MICH. So wie ich sein will, wie ich glücklich bin.
Jetzt bin ich 23 und lebe so frei und zufrieden wie nie zuvor.