Soziale Ächtung & Kontaktverbot

Jehovas Zeugen zerstören mit ihrer unsäglichen Bibelauslegung und menschenverachtenden Doktrin Familien und Freundschaften. Der durch die Androhung auf soziale Ächtung und Kontaktverbot, auch innerhalb der Familie, aufgebaute Psychodruck führt zu Depressionen und treibt Menschen sogar in den Selbstmord.

Ächtung und Kontaktverbot bei Aussteigern

Jehovas Zeugen respektieren das Grundrecht auf Religionsfreiheit bzw. die freie Religionswahl nicht, da ehemalige Mitglieder nicht das Recht auf „negative“ Religionsfreiheit haben, d.h. Aussteiger können die Organisation nur mit der Konsequenz der sozialen Ächtung und des Kontaktverbots durch Freunde und Familie verlassen.

Ein Beispiel für die Praxis von Ächtung und Kontaktverbot ist der Tagestext vom 14. Januar 2019.

„Auch wenn uns das sehr schwer fällt, müssen wir unnötigen Kontakt mit einem ausgeschlossenen Familienmitglied vermeiden — sei es telefonisch, brieflich oder über Textnachrichten, E-Mails oder soziale Netzwerke.“
Tagestext vom 14. Januar 2019

Hetze gegen Aussteiger oder „Abtrünnige“

In einer Ansprache auf dem Bezirkskongress 2013 mit dem Titel „Hütet euch vor Abtrünnigen“ werden Aussteiger oder „Abtrünnige“, wie Jehovas Zeugen sie nennen, als „Küchenhelfer des Teufels“ bezeichnet. Sie werden pauschal als stolz, unaufrichtig, Schwätzer und Lügner verleumdet, die vom „Becher der Dämonen“ trinken, Jehovas Zeugen vor Behörden falsch darstellen und versuchen JZ durch die Medien in Verruf zu bringen.

In einer anderen Ansprache – ebenfalls auf dem Bezirkskongress 2013, jedoch diesmal in Augsburg – werden Aussteiger ebenfalls pauschal verunglimpft mit Aussagen wie „verunreinigtes Gedankengut, total vergiftetes Denken, Stolz habe die Abtrünnigen vom Weg abgebracht, Eifersucht und Verbitterung frisst sich in ihren Herzen fort“. Ihr „plumpes intellektuelles Niveau“ lohne nicht die Auseinandersetzung.
Augsburger Allgemeine 19.07.2013

Diese und die nachfolgenden Aussagen zeigen klar auf, dass Jehovas Zeugen das Grundrecht auf „negative“ Religionsfreiheit in keinster Weise respektieren.

Online-Beiträge zum Thema Ausschluss und Ächtung

Artikel in der Zeit online „Wie es wirklich ist … in einer Sekte aufzuwachsen“ vom 8. August 2017

Im Artikel geht es um die Geschichte einer heute jungen Frau, die als 15-Jährige ausgetreten ist. Sie erlebte den totalen Kontaktabbruch als Minderjährige und lebte nach dem Ausstieg deshalb in einer Pflegefamilie.

Artikel von The World News „Jehovah’s Witnesses applaud 10 year old girl for shunning her sister“ vom 11. August 2017

Bei einem der Sommer-Kongresse 2017 in den USA trat ein 10-jähriges Mädchen auf, das erklärte, dass es jeden Kontakt mit seiner ausgeschlossenen Schwester ablehne – obwohl diese gerne Kontakt mit ihrer kleinen Schwester gehabt hätte. Das Publikum reagierte mit lange anhaltendem Applaus. Infolge der schockierten Reaktionen der Öffentlichkeit wurde das Video auf verschiedenen Sites gelöscht, findet sich aber noch im Artikel von The World News. Siehe dazu auch den (ebenfalls englischen) Artikel bei jwsurvey.org.

Programm «Die Frage» von #Funk von ARD und ZDF Folge 3 – „Wie extrem sind die Zeugen Jehovas wirklich? Wann wird Glaube zu extrem?“ vom 10. Juli 2018 und Folge 4 „Zeugen Jehovas Aussteiger: So schwierig ist der Ausstieg! Wann wird Glaube zu extrem?“ vom 17. Juli 2018

Der Älteste und Pionier Marc-Oliver (29), der vom Funk-Reporter Frank interviewt wird, sagt, dass er keine Freunde außerhalb der JZ haben möchte. Er wollte sich nicht äußern zu den Aussagen eines Aussteigers und nicht einmal das Filmmaterial anschauen, in welchem dieser Aussteiger vorkommt. In der Folge 4 spricht Funk-Reporter Frank mit Kris, eben diesem Aussteiger. Kris berichtet, dass 70-80% seines sozialen Umfelds weggebrochen sei, als er ausgestiegen ist, Leute seiner ehemaligen Versammlung würden die Straßenseite wechseln, wenn sie ihn sähen. Der Umgang mit Ausgeschlossenen sei für ihn einer der Gründe gewesen auszusteigen. Seine Mutter hat Kontakt zu ihm, obwohl sie das nicht dürfte.

Gastbeitrag im Müttermagazin.com Ich war eine Zeugin Jehovas. Heute bin ich freivom 3. September 2018

Eine 38-jährige Frau berichtet über ihre Kindheit und Jugend bei den Zeugen Jehovas sowie über ihren Ausstieg als junge Erwachsene. Sie litt unter der durch die Religion bedingte soziale Ausgrenzung. Als Kind bekam sie mit, dass zwei Mädchen in ihrer Umgebung Opfer von Missbrauch wurden. Auch sie selbst war betroffen, sie wurde durch ihren Vater missbraucht. Die Geschlossenheit des Systems stellte für sie ein großes Hindernis dar, sich Hilfe zu holen.

Rundschau-Beitrag „Zeugen Jehovas – der Inside-Report“ vom 27. September 2017 – Sendung und Artikel zur Sendung

Der Älteste Thomas Steiner sagt zum Umgang mit ehemaligen Mitgliedern, diese würden gemieden. Auf die Frage, ob dadurch Familien auseinander gerissen und Freundschaften zerstört werden, meint Steiner, Familien würden so auch gestärkt, weil der negative Einfluss von Angehörigen mit schlechtem Lebenswandel wegfalle. Christian Rossi, der seine gesamte Jugend bei den Zeugen Jehovas verbrachte, erzählt im Rundschau-Interview, dass er, als er die Gemeinschaft verließ, Ächtung erfuhr und in der Folge eine sehr einsame und schwere Zeit erlebte.

BBC-TV-Sendung Victoria Debyshire „Jehovah’s Witnesses shunned after leaving their religion“ vom 25. Juli 2017 – Zusammenfassung der Aussagen der Interviewten
Sarah

In der Sendung kommen drei ehemalige Zeugen Jehovas zu Wort, die ausgeschlossen worden sind und in der Folge geächtet werden.
Eine junge Frau („Sarah“, nicht ihr richtiger Name) berichtet, wie sie als Zeugin Jehovas in der dritten Generation aufwuchs und keinen Kontakt haben durfte zu Personen außerhalb der Gemeinschaft. Trotz guter Noten, welche ein Studium erlaubt hätten, wurde ihr nahegelegt, mit 16 die Schule zu verlassen, zu arbeiten und Pionierdienst zu leisten. Sarah erlebte eine schwierige Ehe, ihr wurde jedoch, wie vielen anderen Zeugen Jehovas-Frauen, nahegelegt, sich zu bemühen. Weil sie wusste, dass ihr in Folge einer Scheidung Ausschluss drohte, blieb sie lange in dieser für sie belastenden Beziehung. Nach ihrem Ausstieg haben sämtliche Familienangehörige den Kontakt abgebrochen.

John

Der Aussteiger „John“ (nicht sein richtiger Name) berichtet von sozialer Isolation in seiner Schulzeit und dem Mangel an Freundschaften mit Schulkollegen, die er außerhalb der Schule nicht treffen durfte. Auch er hätte gerne studiert, was von Seiten der Versammlung aber vehement abgelehnt wurde, deshalb begann er mit 16 als Fensterputzer zu arbeiten. Als ein Freund von ihm schwer erkrankte und eine Bluttransfusion gebraucht hätte aber ablehnte und darum verstarb, verstärkte das seine bereits vorhandenen Zweifel. Schließlich wurde er durch ein sog. Rechtskomitee wegen Apostasie ausgeschlossen. Seither haben weder Familienangehörige noch Freunde Kontakt zu ihm. Seine Frau hatte ihn wegen seiner Zweifel bei den Ältesten angeschwärzt, was in der Folge zur Trennung führte. Nach dem Ausschluss ging es ihm extrem schlecht, er war suizidal.

Terry

Die dritte interviewte Person, Terry O’Sullivan, ist seit 17 Jahren nicht mehr bei den Zeugen Jehovas und aktiv in der Betroffenenarbeit. Sie wurde nicht ausgeschlossen, sondern distanzierte sich von der Gemeinschaft, was jedoch im Endeffekt auf das Gleiche hinauslaufe, so Terry. Freunde seit frühester Kindheit würden die Straßenseite wechseln, wenn sie Terry sehen, die Kinder ihrer Schwester, die jetzt junge Erwachsene sind, kennt sie nicht. Eine zweite Schwester lernte sie nie kennen, weil diese ältere Schwester, als Terry ein Kind war, ausgeschlossen war und wieder in die Gemeinschaft eintrat, als Terry diese verließ.
Zuschauerzuschriften von anderen ehemaligen Zeugen Jehovas bestätigen, was die Interviewten sagten: Lebensbedrohliche Folgen des Blutverbots, Ächtung und soziale Isolation als Folge von Ausschluss und verpasste Lebenschancen durch die soziale Isolation und die Bildungsfeindlichkeit.