Stigmatisierung politischer und gesellschaftlicher Partizipation

Jehovas Zeugen behaupten:
„Wir sind keine Lobbyisten, wählen weder eine Partei noch einzelne Kandidaten, bewerben uns nicht um politische Ämter und stellen uns auch nicht auf die Seite irgendeiner Opposition … Natürlich respektieren wir das Recht von anderen, in politischen Fragen ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. …
Deshalb würden wir zum Beispiel keine Wahl stören und niemand daran hindern, zu wählen.“ (jw.org/über uns/oft gefragt)

Stimmt dies Aussage? Was sagen die Publikationen der Zeugen Jehovas und wie ist die Praxis?


Verbot der Teilnahme an politischen Wahlen

Zeugen Jehovas behaupten, dass ihre Mitglieder freiwillig nicht zur Wahl gehen und von der Organisation kein Verbot besteht. Ist das wirklich so?
Im Video wir durch viele Zitate aus den Publikationen der Zeugen Jehovas belegt, dass das Wählen die Neutralitätspflicht verletzt und damit der oder Betreffende automatisch ausgeschlossen und geächtet wird.
Zitat aus dem Ältestenbuch 2019, Kap. 18, Punkt 3 und 6:
„Wann unter anderem ein Verlassen der Gemeinschaft vorliegen kann:
(4) Jemand schlägt einen Weg ein, der die christliche Neutralität verletzt:  (lvs S. 60-63, 244) Schließt sich jemand einer nicht neutralen Organisation an, hat er die Gemeinschaft verlassen.
Das Verlassen der Gemeinschaft geht von dem Betreffenden aus und nicht vom Komitee. Daher gibt es keine Berufungsmöglichkeit. Dass der Betreffende kein Zeuge Jehovas mehr ist, wird – ohne sieben Tage abzuwarten – in der nächsten Zusammenkunft unter der Woche bekannt gegeben.“

Wachtturm 1.11.1999 Seite 28-29: https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/…
Bewahrt euch in Gottes liebe: https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/…
Dann ist das Geheimnis Gottes vollendet Seite 411 Abs. 22: https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/… Wachtturm 15.08.94 Seite 11-12 Abs. 4: https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/…
Interview Focus mit W.C.Pohl 1996: https://www.focus.de/politik/deutschl…
Jeder hat das Recht zu wählen, außer er ist ein Zeuge Jehovas, dann verliert er seine Freunde und seine Familie, wenn er dieses Recht beansprucht.

Wahlverbot ist strafbar

Strafgesetzbuch § 108 Wählernötigung

(1) Wer rechtswidrig mit Gewalt, durch Drohung mit einem empfindlichen Übel, durch Mißbrauch eines beruflichen oder wirtschaftlichen Abhängigkeitsverhältnisses oder durch sonstigen wirtschaftlichen Druck einen anderen nötigt oder hindert, zu wählen oder sein Wahlrecht in einem bestimmten Sinne auszuüben, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe, in besonders schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.