Kindeswohlgefährdung

Schläge als Teil der Kindererziehung

Jehovas Zeugen propagieren in ihren Publikationen nach wie vor körperlicher Schläge als Teil der Kindererziehung. Es handelt sich dabei nicht lediglich um unverbindliche Glaubenslehren, sondern um konkrete Handlungsanweisungen. Berichte Betroffener zeigen auf, dass diese Erziehungsgrundsätze so auch umgesetzt wurden.
Zu den entsprechenden Quellen geht es hier.

Kindeswohlgefährung bei Jehovas Zeugen – erschütternde Beispiele, die immer noch aktuell sind

In der SternTV-Reportage haben Experten und Betroffene noch darüber gesprochen, wie Kinder bei Jehovas Zeugen durch geschürte Ängste geschädigt werden. Heute liegen unserem Verein über 100 Erfahrungsberichte vor, in dem Betroffene schildern, wie sie noch heute darunter leiden, teilweise sogar Selbstmordversuche unternommen haben und psychologische Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Beispiele finden Sie hier.

Kindertaufe

Warum die Kindstaufe der Zeugen Jehovas gefährlich ist — für das Kind und seine Eltern

Versammlungsbesuch als kindeswohlgefährdend eingestuft

Ein Urteil des Obersten Gerichts in Neuseeland aus dem Jahr 2014 unterbindet den Besuch von Kindern im Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Dies geht aus einem auf jwleaks.org veröffentlichten Dokument hervor.
Das Gericht hat zwei Kindern verboten, den Königreichssaal der Zeugen Jehovas zu besuchen und sich an den Aktivitäten der Zeugen Jehovas zu beteiligen, um die Kinder vor der Einwirkung der Religion zu schützen. Das Urteil erlaubt es den beiden Kindern, an Geburtstags-, Oster- und Weihnachtsfeiern teilzunehmen. Das Urteil verhindert, dass die Mutter die beiden Kinder zum „Missionieren“ mitnimmt.

Auch unserem Verein liegen vergleichbare Gerichtsentscheidungen aus Deutschland vor, in denen der Versammlungsbesuch und die Belehrung aus den Publikationen der Wachtturm-Gesellschaft als mögliche Gefährdung des Kindeswohl festgestellt wurde.

Videos von Jehovas Zeugen als jugendgefährdend eingestuft

Schweden – Gerichtsverfahren gegen Jehovas Zeugen wegen jugendgefährdender und diskriminierender Videos
Metro 25.03.2019

Berichte Betroffener

Deutschland/Schweiz – Micha Barth war bei den Zeugen Jehovas. Als Kind wurde er dort körperlich gezüchtigt. Nun kämpft er gegen Kindesmisshandlung und -missbrauch.
20min.ch 05.05.2019

Deutschland – Julia A. schildert in Teil 1, wie mit 12 Jahren ihre Mutter mit Zeugen Jehovas in Berührung kam und wie dies den Beginn eines Lebens in Unfreiheit war. Weder die Berufswahl noch die Partnerwahl waren für sie frei wählbar – noch nicht einmal die Kleidung. Kinder wurden geschlagen, wenn sie nicht still sitzten in der Versammlung. Erst im Jahr 2009 gelang der jungen Frau der Ausstieg.
Die Kommentierung der Vorwürfe durch Wolfram Slupina vom Informationsbüro der Zeugen Jehovas kam man nur als zynisch bezeichnen, da sie offensichtlich den eigenen Publikationen und Anweisungen für Älteste widerspricht.
Bild 19.11.2013

Deutschland – Julia A. schildert in Teil 2, wie sie von drei Ältesten zu intimen Detail befragt wurde und wie sie nach dem Rauswurf durch ihre Mutter mit 19 Jahren ohne Berufsabschluss plötzlich völlig auf sich allein gestellt war. Der Mann ihrer Mutter – ebenfalls ein Zeuge Jehovas – war gewalttätig gegenüber ihrer 15-jährigen Schwestern. Die Ältesten wussten davon, unternahmen aber nichts dagegen. Nachdem Julia A. Anzeige erstattet hat, lebt ihre 15-jährige Schwester in einem Wohnheim – dafür hat die Polizei und das Jugendamt gesorgt.
Bild 19.11.2013

Zu weiteren Berichten Betroffener geht es hier.

Publikation „Glaubensfreiheit versus Kindeswohl – Familienrechtliche Konflikte im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften“

Informationen zu familienrechtlichen Konflikten im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften, erarbeitet von AJS NRW und Sekten-Info NRW. Zur Broschüre geht es hier.

Die Publikation „Glaubensfreiheit versus Kindeswohl. Familienrechtliche Konflikte im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften“ greift das Problem aus zwei Perspektiven auf, einer juristischen und einer pädagogischen. Im ersten Teil werden die rechtlichen Grundlagen dargestellt und anhand konkreter Gerichtsentscheidungen erläutert. Der zweite Teil behandelt religiös-weltanschaulich geprägte Erziehungskonzepte und –praktiken, die zu einer Kindeswohlgefährdung führen können.

„Mögliche Beeinträchtigungen des Kindeswohls im Kontext religiöser und weltanschaulicher Gemeinschaften im Blick der Familiengerichtlichen Rechtsprechung:
– Beschneidung des sozialen Kontakts
– Beeinträchtigung der körperlichen Integrität
– Verweigerung medizinischer Versorgung
– Vernachlässigung
– übermäßige religiöse Beeinflussung
– Beeinträchtigung der psychischen Entwicklung
– Loyalitätskonflikte

Nach § 1685 BGB haben Großeltern und Geschwister ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

Die Zugehörigkeit des den Umgang beanspruchenden Elternteils zu einer religiösen Gemeinschaft allein reicht nach der Rechtssprechung nicht aus, um das Umgangsrecht zu beschränken.“