Die Corona-Krise und die Folgen für Zeugen Jehovas-Betroffene

Menschen mit Zeugen Jehovas-Vergangenheit sind auf die Katastrophe, auf Harmagedon hinsozialisiert worden. Wenn eine reale Krise auftritt, erleben die meisten noch stärkere Ängste als andere Betroffene. Hier findest du Fakten gegen Ängste! Und ein paar Gedanken dazu, wie die aktuelle Situation (ehemalige) Zeugen Jehovas zusätzlich betreffen kann.

Hilfreiche Fakten

Die Corona-Krise stellt eine enorme Herausforderung dar: Für die Älteren unter uns und jene mit gesundheitlichen Belastungen kann eine Erkrankung sehr gefährlich sein, alle müssen wir uns neu organisieren und viele von uns fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz – wir erleben eine absolute Ausnahmesituation. Viele (ehemalige) Zeugen Jehovas dürften sie jedoch als noch krisenhafter erleben.

Hast Du Angst?

  • … dass das Coronavirus SARS-CoV-2 und die damit verbundene COVID-19-Pandemie („Seuche“), eine Bestätigung ist, dass wir in den letzten Tage leben (Lukas 21:11; 2. Timotheus 3:1-5)?
  • … dass Lebensmittelknappheit ein Zeichen für die letzten Tage ist (Matthäus 24:7; Lukas 21:11; Offenbarung 6:5, 6)?
  • … COVID-19 eine Bestätigung ist, dass der apokalyptische Reiter des fahlen Pferdes unterwegs ist (Offenbarung 6:8)

Hier einige Fakten!

Vier Beispiele, die verdeutlichen, dass wir weder in den letzten Tagen noch in einer schlechter werdenden Welt leben:

  1. Hungersnöte
  2. Armut
  3. Naturkatastrophen
  4. Allgemeine (Verschlechterung der) Lebensbedingungen

1. Hungersnöte: 

Es gibt weder eine über die Jahre zunehmende Lebensmittelknappheit noch zunehmende Hungersnöte.

Hungersnöte seit den 1860ern und Anzahl der Verstorbenen

Kernaussage

  • Hungersnöte kommen und gehen. Keineswegs lässt sich seit den 1860ern – und schon gar nicht seit 1914 – ein Anstieg nachweisen. Im Gegenteil, insbesondere im Verhältnis zur Entwicklung der Weltbevölkerung, zeigt sich ein eindeutiger Rückgang an Hungersnöten.
Jährliche Sterberate aufgrund von Hungersnöten

Kernaussage

  • Hungersnöte kommen und gehen. Keineswegs lässt sich seit den 1860ern – und schon gar nicht seit 1914 – eine Zunahme der jährlichen Sterblichkeit nachweisen. Im Gegenteil, es zeigt sich ein eindeutiger Rückgang der Sterberate!

Was sagen hingegen Jehovas Zeugen?

…DER REITER DES SCHWARZEN PFERDES

[…] Dieser Reiter steht für Hunger. […]

Gibt es Beweise dafür, dass der Reiter des schwarzen Pferdes seit 1914 unterwegs ist? Absolut! Man schätzt die Zahl der Hungertoten im 20. Jahrhundert auf 70 Millionen! In einem Bericht hieß es: „Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen.“ In einem anderen Bericht hieß es, dass „805 Millionen Menschen — rund jeder Neunte der Weltbevölkerung — im Zeitraum von 2012 bis 2014 chronisch unterernährt waren“. Trotz vieler aufrichtiger Bemühungen, die Lage zu verbessern, stürmt der Reiter des schwarzen Pferdes unaufhaltsam weiter.“

 Die vier Reiter der Apokalypse: Wer sind sie? (JW.ORG)
Die 4 Reiter der Apokalypse
Quelle: JW.ORG
  • Falsch: Es scheint, der Reiter des schwarzen Pferdes hat sich mächtig vergaloppiert. 😊

2. Armut

Wahrnehmung und Realität stimmen nicht überein. Die Realität zeigt eindeutig: Armut nimmt weltweit ab.

Die öffentliche Wahrnehmung hinsichtlich der Änderung globaler Armut

Kernaussage

  • Laut Wahrnehmung (insbesondere in „reichen“, „westlichen“ Staaten) hat der Anteil der Menschen in extremer Armut in den letzten 20 Jahren zugenommen. Allerdings: dies ist FALSCH.
  • Die konträre Realität zur mehrheitlichen Wahrnehmung zeigt sich in der nächsten Abbildung.
Anzahl der Menschen in Armut

Kernaussage

  • Die weltweite Armut hat absolut und insbesondere in Relation zur Weltbevölkerung stark abgenommen.

3. Naturkatastrophen und Seuchen

Entgegen diverser Verlautbarungen, dass Erdbeben & Co. zunehmen: Dies ist eindeutig falsch!

Die Entwicklung von Pandemien (Seuchen)
COVID-19 Pandemie: Stand 24.03.2020

Kernaussage

  • Seuchen / Pandemien kommen und gehen seit hunderten von Jahren. Wir müssen sie ernst nehmen. Wissenschaft trägt dazu bei, sie zu erforschen und uns zu schützen.
Jährliche globale Sterblichkeit aufgrund von Naturkatastrophen

Kernaussage

  • Die Sterblichkeitsrate ist seit Beginn des letzten Jahrhunderts eindeutig rückläufig.
Anzahl der Tode verursacht durch Erdbeben

Kernaussage

  • Erdbeben sind singuläre Ereignisse. Ein Trend bzgl. Zu- oder Abnahme lässt sich nicht nachweisen.

Was sagen Jehovas Zeugen?

Die Antwort der Bibel

Die Bibel beschreibt Ereignisse und Zustände, an denen der „Abschluss des [gegenwärtigen] Systems der Dinge“ — auch bekannt als „Ende der Welt“ — zu erkennen wäre (Matthäus 24:3, Einheitsübersetzung). Die Bibel nennt diese Periode „Zeit des Endes“ oder auch „letzte Tage“ (Daniel 8:19; 2. Timotheus 3:1). Hier einige herausstechende Merkmale der Endzeit:
[…]
– schwere Erdbeben (Lukas 21:11)
– Seuchen und Epidemien (Lukas 21:11)
[…]

Was ist das Zeichen der “letzten Tage”? (JW.ORG)
  • Nichts deutet auf obige Annahmen hin!
Weltweite Sterberate durch Naturkatastrophen

Kernaussage

  • Naturkatastrophen verzeichnen viele Tote. Eine Tendenz hinsichtlich Verschlechterung seit den letzten Jahrzehnten lässt sich nicht erkennen. Im Gegenteil! Verbesserungen der Lebensbedingungen (siehe 4.Allgemeine Lebensbedingungen), Hygiene, stabilere Wohnhäuser und, und, und… tragen dazu bei.
Sterblichkeit durch Naturkatastrophen i.V.z. allg. Sterblichkeit

Kernaussage

  • So schlimm Tode durch Naturkatastrophen sind. Die Anzahl im Vergleich zu allgemeiner Sterblichkeit schwankt zwischen 0 bis 0,4%!

4. Allgemeine Verschlechterung der Lebensbedingungen

Nichts deutet auf eine Verschlechterung der Welt, hingegen ALLES auf eine Verbesserung (Statistische Schwankungen und Einzelschicksale bedeuten nicht das Gegenteil)

Global Ungleichheit der Lebensbedingungen (bei gleichzeitiger Entwicklung über die Zeit; 1800 – bis heute)

Kernaussage

  • Es gibt nach wie vor starke globale Unterschiede der Lebensbedingungen, ABER: in allen Bereichen haben sich die Zustände seit 1800 kontinuierlich enorm verbessert.
Ursachen der Sterblichkeit

Kernaussage

  • Muss wirklich insbesondere die Anzahl der Toten durch Naturkatastrophen (Natural disasters) herausgestellt werden?
    Naturkatastrophen stehen an letzter Steller in obiger Grafik!
Bevölkerungsanteil mit Zugang zu Grundbedürfnissen

Kernaussage

  • Die Lebensbedingungen der Menschen verbessern sich kontinuierlich. Wir leben global gesehen in einer stetig besseren Welt.
Entwicklung der Lebenszeit seit Beginn der Neuzeit

Kernaussage

  • Ist der globale Anstieg der allgemeinen Lebenserwartung nicht durchaus positiv?

Menschen mit Zeugen Jehovas-Vergangenheit sind vulnerabler

Zeugen Jehovas werden auf das Weltende hinsozialisiert. Ihr Lebenszweck ist Harmagedon zu überstehen, die große Endschlacht, in der Jehova die Ungläubigen aber auch die Nicht-genügend-Gläubigen vernichtet.

Sozialisationsziel Weltende

Harmagedon, so die Doktrin, steht unmittelbar bevor, es ist so nah, dass sich höhere Bildung für junge Menschen nicht mehr lohnt und Gläubige stattdessen möglichst viele Menschen «retten» sollen. Für die religiöse Praxis wenden Zeugen Jehovas 17.5 Stunden pro Woche auf – neben Beruf und Familie. Mit anderen Worten: Zeugen Jehovas leben in einem permanenten Ausnahmezustand, die Krisensituation ist sozusagen ihr Default-Modus. Das kommt nicht von ungefähr.

Schon ganz kleine Kinder werden mit Bildern vom Untergang, von Tod und Zerstörung verängstigt. Die Hauptbotschaft von Wachtturm-Medien ist: Sei folgsam, damit du überlebst. Oder anders ausgedrückt: Wenn Du nicht gehorchst, stirbst Du fürchterlich. Oder du verlierst alle Menschen, die du liebst. Und das ist keine leere Drohung. Jedes Zeugen Jehovas-Kind hat erlebt, dass Menschen verschwinden: ein Geschwister, ein Onkel oder gar ein Elternteil, mit denen jeder Kontakt abgebrochen wurde. Zeugen Jehovas-Kindern wird Angst regelrecht ankonditioniert. Angst ist die Grundlage des Glaubens an die Vernichtung und die Folge davon.

In der Versammlung, im Heimbibelstudium oder bei Sommer-Kongressen – es geht permanent um das bevorstehende Weltende, seit mehr als 140 Jahren. Jede reale Krise wird genutzt um klarzumachen, dass wir in den letzten Tagen leben, gar in den letzten der letzten Tage, so Lett im jüngsten Broadcasting-Beitrag. Reale Krisen scheinen Jahrzehnte geistiger Ausgangssperre zu legitimieren. Und es gab viele Krisen und fürchterliche Kriege – aber kein Weltende. Weder 1914, noch 1925, noch 1975, noch per Jahrtausendende, noch nach dem Tod der 1914 Geborenen.

Stephen Lett, Mitglied der Leitenden Körperschaft der Jehovas Zeugen erklärt angesichts der COVID-19 Pandemie, „wir leben zweifellos in der Schlussphase der Schlussphase, kurz vor dem letzten Tag der letzten Tage“.

Seit der Corona-Krise prangt auf der Website der Organisation ein angsteinflößendes Bild der vier apokalyptischen Reiter und es heißt, die Prophezeiung über den Reiter des fahlen Pferdes, der «für Seuchen und Todesursachen» stehe, würden sich erfüllen. Das ist falsch, wie oben ausgeführt wurde.

Bilder von Krankheit und Ansteckung im Sprachgebrauch

Richtig scheint jedoch zu sein, dass für die Wachtturm-Organisation die Corona-Krise eine besonders «gute» Krise ist. Nicht nur, weil die vielen Skandale um Kindesmissbrauch und die aktuellen Untersuchungen dazu in den Hintergrund treten. Sondern auch, weil extreme Sekten häufig über zwei Sektenmerkmale verfügen:
1. Die extreme Beschränkung der Zeit bis zum Weltende. Damit kann man Menschen besonders gut unter Druck setzen und ängstigen.
2. Bilder von Krankheit und Ansteckung. Die aktuelle Pandemie kann von der Wachtturm-Organisation nicht nur als «Zeichen» für die letzten Tage herangezogen werden. Sie verkörpert vielmehr das verseuchte Sündige oder ansteckende Böse, von dem Zeugen Jehovas täglich gewarnt werden.

Das Bild einer großflächigen ansteckenden Erkrankung aktiviert in (ehemaligen) Zeugen Jehovas unvergleichlich mehr negative Bilder, Vorstellungen, Assoziationen und Gefühle als bei anderen Menschen. Es gibt Dutzende von Sprachbildern im Sprachgebrauch der Wachtturm-Organisation rund um Ansteckung und Krankheit. Allein schon der Begriff «Welt» hat, so wie darüber gesprochen wird, etwas Toxisches. Es ist schwer über «Weltmenschen» nachzudenken, ohne leicht zu frösteln, während einem beim Begriff «Abtrünnige» kalte Schauer über den Rücken laufen.

Extreme sektenhafte Gruppen arbeiten mit (Sprach-)Bildern, denen sich Menschen nur schwer entziehen können und instrumentalisieren damit ursprüngliches emotionales Erleben: Alle Menschen fürchten sich vor Krankheit, niemand mag fauliges Essen. So gibt es denn in der Wachtturm-Literatur unzählige Bilder wie das des faulen Apfels, der die anderen Äpfel ansteckt und natürlich für sündiges Verhalten steht, das ansteckend sein soll. Über Abtrünnigkeit wird gesprochen, als wäre sie eine hochansteckende Krankheit, welche zum Tode führt. Abtrünnige werden nicht nur verächtlich behandelt, sondern oft auch wie Todkranke, die sterben werden, beschrieben.

Schlechte Gesellschaft verdirbt nützliche Gewohnheiten.

Du kannst keinen Umgang mit Menschen pflegen, die schlechte Gewohnheiten haben, ohne dass du nachteilig beeinflusst wirst. Die biblischen Grundsätze werden sich auch an dir bewahrheiten. Wie ein fauler Apfel gute Äpfel, zwischen denen er liegt, mit der Zeit ansteckt, so werden Personen, die mit schlechten Menschen Umgang pflegen, von diesen angesteckt. Man kann Gott keine Lüge nachweisen; sein Wort ist Wahrheit. – Joh. 17:17.

Erwachet! vom 8. August 1971, S. 27

Ausgeschlossene/Abtrünnige als geistig Kranke

Angenommen, ein Arzt schärft dir ein, dich strikt von einer Person fernzuhalten, die an einer ansteckenden, tödlichen Krankheit leidet. Dir wäre völlig klar, was der Arzt dir sagen will, und du würdest dich gewissenhaft daran halten. Über Abtrünnige sagt die Bibel, dass sie „geistig krank“ sind und andere mit ihrem treulosen Gedankengut infizieren wollen (1. Tim. 6:3, 4). Jehova, der beste „Arzt“, rät uns dringend, jeden Kontakt mit ihnen zu meiden. Uns ist klar, was er damit meint. Fragen wir uns: Bin ich fest entschlossen, konsequent auf seine Warnung zu hören?

Wachtturm vom 15. Juli 2011, S. 16

Ausgehend von diesen Bildern muss man schließen, dass bei Zeugen Jehovas permanenter Seuchen-Alarm herrscht: Sünde ist ansteckend und kann viele infizieren. Für Sündeinfizierte wird totale Isolation gefordert, welche sogar ein Grußverbot umschließt. Es gibt für solchermaßen Abgesonderte auch keinerlei Hilfe oder Mitgefühl, in jedem Fall gilt: strikte Meidung. Mit diesen Angesteckten oder gar Todkranken gibt es auch keine Solidarität, denn sie haben den Tod verdient.

Diese Bilder und diese Erfahrungen machen es nicht einfacher, in einer wirklichen Krise Vertrauen zu haben, dass alles gut kommt, dass Solidarität jene auffangen wird, die es nötig haben. Vielmehr ist es absolut verständlich, dass viele (ehemalige) Zeugen Jehovas in der aktuellen Situation großen Stress und Ängste erleben. Auch wenn man die eigene neuronale Vernetzung nicht einfach löschen kann, kann man sie doch verändern, wenn man darüber nachdenkt oder darüber spricht. Das macht man ja auch in einer Psychotherapie, einer Selbsthilfe-Gruppe oder im Austausch mit anderen Betroffenen. Und selbstverständlich sind dabei auch Fakten hilfreich.

Auf den Punkt gebracht

Abschließend einen Ausschnitt aus der der berühmten Rede von Konrad Franke, in der er das Weltende im Jahr 1975 vorhersagt, gefolgt von einer Sequenz zum Thema Lügen aus einem der berüchtigten WT-Kinderfilme. Danach eine Episode aus einer Rede von Thomas Fiala und schließlich, sozusagen als Fazit, eine Nummer des Kabarettisten Volker Pispers.


Pressestimmen

Richard Dawkins Foundation
Zeugen Jehovas und Corona-Harmagedon – Die Folgen für Zeugen Jehovas-Betroffene

Offener Brief an Jehovas Zeugen / Kindesmissbrauch

Als Opferschutz- und Hilfsorganisation fordern wir die lückenlose und systematische Aufklärung und Aufarbeitung der im Raum stehenden Vorwürfe, Kindesmissbrauch vertuscht und Opfer nicht adäquat behandelt und geschützt zu haben.

Wir fordern, die Aufarbeitung mit Hilfe externer Experten/innen anhand des Leitfadens der Aufarbeitungskommission der Bundesregierung Deutschlands vorzunehmen und damit den Schutz der Kinder und die Entschädigung für Opfer in den Fokus zu nehmen.

An
Jehovas Zeugen KdöR / Zweigbüro Zentraleuropa
Vorstand

Am Steinfels 1 
65618 Selters/Taunus 

Sehr geehrte Herren,

aus Anlass der im Auftrag der Niederländischen Regierung zum Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen veranlassten Untersuchung wenden wir uns an Sie.  

Neben dem bedrückenden Bericht aus den Niederlanden gibt es weitere Untersuchungsergebnisse, wie z.B. von der Royal Commission in Australien, die weltweit auf deutliche Missstände bei Jehovas Zeugen in der Behandlung von Kindesmissbrauch hinweisen. Auch uns liegen 50 Berichte Betroffener zu dieser Problematik vor.

Als Opferschutz- und Hilfsorganisation fordern wir die lückenlose und systematische Aufklärung und Aufarbeitung der im Raum stehenden Vorwürfe, Kindesmissbrauch vertuscht und Opfer nicht adäquat behandelt und geschützt zu haben. Auch wenn in jüngster Zeit einige Verbesserungen in Ihrem Religionsgesetz eingeführt wurden, reichen diese bei weitem nicht aus. 

Deshalb fordern wir Sie auf, die Aufarbeitung jetzt mit Hilfe externer Experten/innen anhand des Leitfadens der Aufarbeitungskommission der Bundesregierung Deutschlands vorzunehmen und damit den Schutz der Kinder und die Entschädigung für Opfer in den Fokus zu nehmen. Gerne bieten wir hierzu unsere Hilfe und Expertise an.

Da Sie sich in Ihrem Religionsgesetz vorgeblich auf die Bibel stützen, möchten wir Sie im Sinne der Opfer, die zum Tatzeitpunkt verletzliche Kinder waren, auf folgenden Bibelspruch hinweisen:
„In dem Maße, wie ihr es einem der geringsten dieser meiner Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.“ Matth. 25:40 (NWÜ)

Über eine positive Antwort würden wir uns sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen 

Udo Obermayer
Vorstandsvorsitzender
JW Opfer Hilfe e.V.

Pressestimmen

Offener Brief des Vereins JW Opfer – Sexueller Kindesmissbrauch bei Zeugen Jehovas
Humanistischer Pressedienst hpd, 31.01.2020

Sexueller Kindesmissbrauch bei Zeugen Jehovas – auch in Deutschland ein Problem
Richard Dawkins Foundation, 30.01.2020

Weitergehende Informationen

Pressemitteilung vom 20.01.2020

Problemfelder – sexueller Kindesmissbrauch

Bericht zum Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen im Auftrag der Niederländischen Regierung

Die Untersuchung zum Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen wurde durch die Niederländische Regierung in Auftrag gegeben. Jehovas Zeugen haben versucht, die Veröffentlichung des Berichts gerichtlich zu stoppen.

Am 23.01.2020 berichtet die Niederländischen Tageszeitung AD über die Untersuchung zu sexuellem Missbrauch bei den Zeugen Jehovas durch die Universität Utrecht (Deutsche Übersetzung des Artikels).

Wir haben uns bemüht eine erste, inoffizielle Übersetzung des Berichts der Universität Utrecht zur Verfügung zu stellen. Hier finden Sie die übersetzte Zusammenfassung des Berichts.

Die Übersetzung des gesamten Berichts ist automatisch mit deepl erstellt und bietet einen Überblick trotz sicher einiger Fehler in der Übersetzung.
Sexueller Missbrauch und Bereitschaft zur Anzeige innerhalb der Gemeinschaft der Zeugen Jehovas

Zur Originalseite mit Link zum Originalbericht auf niederländisch geht es hier.

Inzwischen wollen Jehovas Zeugen gegen den Bericht gerichtlich vorgehen wie rtv drenthe am 23.01.2020 schreibt (deutsche Übersetzung).

Pressestimmen

Universität Utrecht stellt Bericht vor  – Jahrelanger Missbrauch der Zeugen Jehovas gerichtlich bestätigt
Tagesspiegel, 23.01.2020

In den Niederlanden ist ein Bericht über sexuellen Missbrauch bei den Zeugen Jehovas veröffentlicht worden. Das wurde von einem Gericht entschieden. Die Gemeinschaft hatte sich gegen eine Veröffentlichung gewehrt.
religion.orf.at, 24.01.2020

Wir sind weiterhin besorgt darüber, dass die Zeugen Jehovas den Ernst des Problems immer noch nicht erkennen. Das zusammenfassende Verfahren zur Verhinderung der Veröffentlichung des Berichts unterstreicht unsere Besorgnis.
Reclaimed Voices, Presseerklärung

Landtag von Baden-Württemberg wegen Jehovas Zeugen

Landtag von Baden-Württemberg – Antrag der FDP/DVP: Aktuelle Erkenntnisse im Hinblick auf den Status der Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts

Am 12. Dezember 2019 hat der Abgeordnete Dr. Ulrich Goll mit anderen Abgeordneten der FDP/DVP-Fraktion einen Antrag an den Landtag von Baden-Württemberg (zu finden unter 11.02.2020) eingereicht mit dem Thema „Aktuelle Erkenntnisse im Hinblick auf den Status der Zeugen Jehovas als Körperschaft des öffentlichen Rechts“.

Damit wird der Landtag aufgefordert zu beschließen, dass die Landesregierung über die eingereichten 15 Fragen berichten soll, die sich hauptsächlich mit der Rechtstreue der Jehovas Zeugen beschäftigen. Die Antragsteller beziehen sich dabei auf das auch uns vorliegende Experten-Gutachten.

Am 11. Februar 2020 hat nunmehr die Landesregierung sehr ausweichend geantwortet, leider ohne auf die vorgebrachten Punkte tatsächlich inhaltlich eingegangen zu sein. Die FDP/DVP-Fraktion hat uns mitgeteilt, dass sie diese Stellungnahme so nicht akzeptieren werden.

Um die Anfrage zu unterstützen, können Sie sich gerne an die Antragsteller der Anfrage wenden, insbesondere wenn Sie aus dem Bundesland Baden-Württemberg kommen.

Hier finden Sie den Antrag der FDP/DVP und die Stellungnahme der Landesregierung.

Jahresbericht 2019

Der Vorstandsvorsitzende des Vereins JW Opfer Hilfe e.V. Udo Obermayer berichtet über Aktivitäten und Erreichtes im Jahresbericht 2019.

So haben wir das Informationsangebot auf unserer Website jw.help zu den Problemfeldern und Hilfsangeboten deutlich ausgebaut. Auch unsere Forderungen an Jehovas Zeugen haben wir klar und deutlich formuliert. Gleichzeitig ist es uns auch gelungen wesentlich mehr Menschen zu erreichen und damit auch bedeutend mehr Betroffenen Hilfe zukommen lassen.

Weitergehende Informationen zu einzelnen Punkten aus dem Video finden Sie hier:

Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen in Belgien

ARD berichtet, gut recherchiert,
im Europamagazin
und als Schwerpunkt in der Tagesschau,
wie offenbar strikte Machtstrukturen, Kindesmissbrauch bei Jehovas Zeugen begünstigt haben könnten:
Knapp 100 Fälle von mutmaßlichem sexuellen Missbrauch sind in Belgien ans Licht gekommen – die Opfer berichten von enormem Druck, nicht in Kontakt mit Justiz und Polizei zu treten

Es wird im Text auch auf die Hilfsorganisation JW.HELP in Deutschland verwiesen, an die sich jemand wenden kann, der über das Thema sprechen möchte, einen Fall kennt oder selbst betroffen ist.

Weitere Infos über das weltweite Problem des Kindesmissbrauchs bei Jehovas Zeugen finden Sie hier.

Aufkleber „keine Zeugen Jehovas“

Aufgrund eines vielfach an uns herangetragenen Wunsches, bieten wir ab sofort Aufkleber mit dem Text an: „Ich wünsche keine Flyer oder Besuche von Zeugen Jehovas / jw.help – wir helfen Sektenaussteigern“ (Maße: 50 x 150 mm).

In vielen Fällen führt dieses Wissen zum Aufwachen und Verlassen dieser problematischen Organisation. Damit können Sie dem betreffenden Zeugen Jehovas eine große Hilfe sein, ein selbstbestimmtes Leben ohne Angst zu führen.

Mit dem Anbringen des Aufklebers an der Tür oder Ihrem Briefkasten zeigen Sie nicht nur den Zeugen Jehovas, dass Sie nicht besucht werden möchten. Durch den Hinweis auf die Webseite jw.help in der Mitte des Aufklebers kann sich ein indoktriniertes Mitglied außerdem wichtige Informationen außerhalb der Wachtturm-Gesellschaft einholen.

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie die Aufkleber-Aktion mit unterstützen.

Und so einfach geht’s – schicken Sie Ihre Adresse an folgende E-Mail:
jw-help-aufkleber@web.de
Danach bekommen Sie den Aufkleber innerhalb von 7 Tagen kostenfrei zugesandt.



Nach dem Briefversand löschen wir umgehend Ihre Daten.

Watchtower Society attackiert jw.help

UPDATE: Wir haben unseren Video-Kanal auf Dailymotion umgezogen. Die Videos finden Sie hier: https://www.dailymotion.com/jwhelp

Die Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania hat unseren YouTube-Kanal und unseren Instagram-Account sperren lassen wegen angeblicher Markenrechtsverletzungen. Es ist zu befürchten, dass weitere Internet-Auftritte davon betroffen sein werden.

Wir widersprechen dieser angeblichen Markenrechtsverletzung auf das Schärfste . Die Marke jw.help ist in Deutschland geschützt. Deshalb werden wir alle rechtlichen Möglichkeiten zur Verteidigung von jw.help ergreifen.

Wir freuen uns einerseits, dass unsere Arbeit sogar bis in die USA registriert wird, da wir uns überwiegend an ein deutsches Publikum wenden. Andererseits zeigt diese Vorgehensweise auch, wie Jehovas Zeugen mit allen Mitteln versuchen, Kritiker und Aufklärer auszuschalten.

Bitte unterstützen Sie uns in unserem Bemühen weiterhin über Jehovas Zeugen und andere Sekten aufzuklären und deren Opfer zu beraten und ihnen zu helfen. Gerade in der aktuellen Situation sind wir auf ihre Spenden angewiesen.

Allen, die uns bereits unterstützen, möchten wir vielmals danken!

26. Juli – Internationaler Gedenktag für die Opfer der Wachtturm-Organisation

Weltweit machen Betroffene und Menschenrechtsaktivisten anlässlich des internationalen Gedenktages für die Opfer der Wachtturm-Organisation auf Grund- und Menschenrechtsverletzungen bei den Zeugen Jehovas aufmerksam – auch JW Opfer Hilfe e.V. und der Goldene Aluhut, u.a. mit einem Stand am Alexanderplatz in Berlin

Die Medienmitteilung finden Sie hier.

Weitere Informationen über das Ächtungs- und Kontaktverbot bei Jehovas Zeugen und die gravierenden Folgen sind hier zu finden.

Pressestimmen

Humanistischer Pressedienst
Internationaler Gedenktag für die Opfer der Wachtturm-Organisation – Aufklärung auf dem Alexanderplatz

Berliner Kurier
Die Opfer Jehovas – hier packen zwei ehemalige Mitglieder der Sekte aus

Luzerner Zeitung
Zum «sozialen Tod» verurteilt – ein Gedenktag soll die Öffentlichkeit auf eine bedenkliche Praxis der Zeugen Jehovas aufmerksam machen.


Regina Spiess – Vorstandsmitglied unseres Vereins und ausgewiesene Sektenexpertin – siegt gegen Jehovas Zeugen vor Schweizer Gericht

Vorstandsmitglied JW Opfer Hilfe e.V.

Zürich, 10.7.2019 – Wir gratulieren zu diesem Erfolg! Das ist ein großer Tag für die Aufklärungsarbeit über Jehovas Zeugen. Zum ersten Mal werden wesentliche Kritikpunkte durch ein Gericht in der Schweiz bestätigt.

Kritik an Jehovas Zeugen

Wegen eines Interviews im Zürcher Tagesanzeiger vom 27.05.2015 «Zeugen Jehovas reissen Familien auseinander» zum internationalen Wachtturm-Opfer-Gedenktag wurde Regina Spiess wegen ehrverletzender, übler Nachrede von Jehovas Zeugen angeklagt. Zum Zeitpunkt des Interviews arbeitete sie als Sektenberaterin bei der Beratungsstelle infoSekta in Zürich. Die Jehovas Zeugen behaupteten, dass die Vorwürfe im Interview nicht wahr wären, wie z.B. die Existenz der Zwei-Zeugen-Regelung, die Ächtung von Ausgestiegenen oder Todesfälle infolge verweigerter Bluttransfusionen.

Gerichtsprozess und Urteil

Am 9. Juli 2019 fand der Prozess vor dem Bezirksgericht in Zürich statt. Der Tagesanzeiger berichtete darüber. Regina Spiess bezeichnete die Zeugen Jehovas u.a. als «hochproblematische Gemeinschaft, die bis auf die Ebene existentieller Identifikation versucht, manipulativ auf ihre Mitglieder einzuwirken». Auch würde die Organisation der Zeugen Jehovas für sich das Recht auf Glaubens-, Gewissens- und Religionsfreiheit einfordern, den eigenen Mitgliedern aber nicht gewähren. Das gegen außen abgeschlossene System und gewisse Regeln förderten zudem sexuelle Gewalt an Kindern.

Das Urteil lautete auf Freispruch, weil Regina Spiess die von ihr getroffenen Aussagen belegen (d.h. den Wahrheits- bzw. Gutglaubensbeweis erbringen) konnte. Sie habe, so der Richter, ihren Auftrag wahrgenommen und im Namen der Fachstelle infoSekta Aufklärungsarbeit geleistet.

Pressestimmen

REPUBLIK – Alles was Recht ist – Kritik an Zeugen Jehovas ist erlaubt.
Was man alles über die Organisation sagen darf, z.B. dass bei den Zeugen Jehovas eine «Praxis der Ächtung» von Aussteigern herrsche, ihren Mitgliedern die Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit nicht gewähren, dass Kinder in permanenter Angst leben und immer wieder Gläubige nach Verkehrsunfällen oder Frauen bei der Geburt sterben, weil sie keine Bluttransfusion akzeptieren dürfen. 

Nau.ch – Bezirksgericht Zürich spricht Ex-Infosekta-Mitarbeiterin frei.
Das Bezirksgericht Zürich hat am Dienstag eine ehemalige Mitarbeitern der Sektenberatungsstelle Infosekta vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede freigesprochen. Sie hatte sich in den Medien kritisch über die Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas geäussert.

Tagesanzeiger – Bezirksgericht Zürich spricht Sektenspezialistin frei.
Zeugen Jehovas haben die Frau wegen kritischer Äusserungen in den Medien angezeigt. Sie sind vor dem Richter abgeblitzt.

Bluewin – Bezirksgericht Zürich spricht Sektenspezialistin frei.
Eine ehemalige Infosekta-Mitarbeiterin hatte sich in der Vergangenheit in den Medien kritisch gegenüber den Zeugen Jehovas geäussert. Vom gegen sie erhobenen Vorwurf der üblen Nachrede wurde sie nun aber vom Zürcher Bezirksgericht freigesprochen.

Der Landbote – Sektenexpertin wird freigesprochen.
Wegen Aussagen in einem Interview hatten die Zeugen Jehovas eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle Infosekta angezeigt.

Baseler Zeitung – Bezirksgericht Zürich spricht Sektenspezialistin frei.
Zeugen Jehovas haben die Frau wegen kritischer Äusserungen in den Medien angezeigt. Sie sind vor dem Richter abgeblitzt.

Zürichsee-Zeitung – Sektenexpertin wird freigesprochen.
Wegen Aussagen in einem Interview hatten die Zeugen Jehovas eine Mitarbeiterin der Beratungsstelle Infosekta angezeigt.

Bieler Tagblatt – Sektenkritikerin freigesprochen.
Zürich Das Bezirksgericht Zürich hat eine frühere Mitarbeiterin der Sektenberatungsstelle Infosekta entlastet. Die Zeugen Jehovas hatten sie angezeigt.

Berner Zeitung – Bezirksgericht Zürich spricht Sektenspezialistin frei
Das Bezirksgericht Zürich sprach am Dienstag eine ehemalige Mitarbeiterin der Sektenberatungsstelle Infosekta vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede frei. Angezeigt hatten sie die Zeugen Jehovas wegen kritischer Äusserungen in den Medien.

Radio Sunshine – BEZIRKSGERICHT ZÜRICH SPRICHT SEKTENSPEZIALISTIN FREI.
Das Bezirksgericht Zürich hat am Dienstag eine ehemalige Mitarbeiterin der Sektenberatungsstelle Infosekta vom Vorwurf der mehrfachen üblen Nachrede freigesprochen. Angezeigt hatten sie die Zeugen Jehovas wegen kritischer Äusserungen in den Medien.

Jehovas Zeugen bereits 2015 mit Strafanzeige gescheitert

Anna Gunkel arbeitet als Physiotherapeutin und Fachberaterin Psycho-Traumatologie mit Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie sagte im Interview: «Praktisch jede meiner Patientinnen, die bei den Zeugen Jehovas aufwuchs, wurde missbraucht»
(watson, 23.04.2015)

Der Anwalt der Zeugen Jehovas Oliver Huber leitete darauf hin Strafanzeige ein. «Die Beschuldigte habe mehrere unwahre ehrverletzende Äußerungen getätigt». Die Zeugen Jehovas blitzten jedoch ab, da die Staatsanwaltschaft die Voraussetzungen für eine Untersuchung als nicht gegeben ansah.
(watson, 22.10.2015)

Weitere Details zu Kritikpunkten bei Jehovas Zeugen

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